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Ysselburg

Peter Ysselburg hatte den Fuchs von Dornheim bereits portraitiert.

1628Bearbeiten

Bamberg war eine Druckerstadt, denn die so genannte B-36-Bibel, wurde als zweite bekannte Bibel in Deutschland in Bamberg gedruckt - mit einem ganz besonderen Schriftsatz.

An Hand von wissenschaftlichen Analysen des verwendeten Papiers lässt sich beweisen: das Papier dieser Bibeln wurde aus Bäumen gefertigt, die in den umliegenden Bamberger Waldgebieten gefällt und in Bamberger Papiermühlen verarbeitet wurden.

Über den Urheber des Kupferstiches aus dem Jahr 1628 gibt es zwei Theorien. Während wir uns zuerst der Meinung von Dr. Britta Gehm angeschlossen hatten, dass Matthäus Merian, der Ältere diese Arbeit gestochen hat, sind wir nach den folgenden Argumenten aber umgeschwenkt und glauben, dass Peter Ysselburg (oder auch Isselburg) der wahre Künstler dieses Werkes ist.

Begründung:

Wie die vergrösserten Unterschrift auf dem Portrait des Fuchs von Dornheim zeigt, hat Peter Isselburg bereits in dessen Diensten gestanden. Man kannte sich also bereits persönlich.

Neben der künstlerischen Urheberschaft, stellt sich aber die viel spannendere Frage: warum gab es diesen Kupferstich, bzw. "wer war der Auftraggeber?"

Aus dem Zitat aus einer schriftlichen Antwort des Fuchs von Dornheim an den kaiserlichen Reichshofrat in Wien kennen wir seinen Satz:

"Einen Kupferstich, der überall verkauft worden sei, habe man für den Reichshofrat beigelegt." Diese Aussage ist unserer Meinung nach genau so wahr, wie der folgende Satz des "Hexenbrenners": "Der Fürstbischof habe nie gehört, daß ehrliche Menschen dort schlecht behandelt worden wären. Das Bettzeug, Essen und Trinken seien teils besser, als bei den Leuten zu Hause." Wir sind der festen Überzeugung, dass der Fuchs von Dornheim selbst der Auftraggeber dieses Kupferstiches war und er eine ganz klare politische Absicht für die Erteilung dieses Auftrages hatte.

Die andere Alternative würde bedeuten: Peter Isselburg fertigte diesen Stich, um ihn an die Bevölkerung zu verkaufen, um damit möglichst viel Geld zu verdienen. Dann stellt sich aber die Frage, warum z.B. die Öfen und Toiletten eingezeichnet wurden. Wenn man diesen Kupferstich als gruselige Attraktion an die Bevölkerung verkaufen möchte - in wie weit ist es dann sinnvoll, Details einzuzeichnen, die quasi "als Hafterleichterungen" interpretiert werden könnten?

Mit dem Fuchs von Dornheim als Initiator dieses Druckes ergibt sich eine ganz andere Logik: Schon durch die Eingaben des Kanzlers Dr. Georg Haan Anfang 1628 wurde die Bamberger Hexenjustiz beim Kammergericht in Speyer publik gemacht.

Johann Georg II war auch Jurist und wenn er sich wegen seiner Art der Hexenverfolgung angreifbar fühlte, dann war der "Beweis einer nach der CCC korrekten Verfahrensweise" am eindrucksvollsten durch einen Kupferstich zu übermitteln, der mit massstabgetreuen Details demonstrieren sollte, dass man im kaiserlichen Bistum Bamberg, ganz im Sinne der kaiserlichen Rechtsprechung mit den Hexen und Zauberern verfährt.

Dafür spricht nicht nur die Darstellung der drei Toiletten und sechs Heizungsöfen, sondern auch der eingezeichnete Ziehbrunnen vor dem Malefiz Haus.

Perspektivischer Abgleich

Vergleich der "geschönten Perspektive" mit der errechneten wahren Größe des Malefiz Hauses

Frischwasser, Wärme und Toiletten (die höchstwahrscheinlich für die Wächter und Beamten des Fuchs von Dornheim reserviert waren) sollten somit "humane Haftbedingungen" vorgaukeln.

Die Zellen wurden blumig als "Gemächer" bezeichnet und in der Darstellung wird das gesamte Hauptgebäude um etwa ein Viertel verkürzt gezeichnet, also perspektivisch schön gefärbt.

Das Beichtkämmerlein und die "Anzeigung der Kapellen" bildeten zur damaligen Zeit eine wichtige Vorraussetzung, um den Seelenfrieden der verurteilten Hexen zu gewährleisten. Die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen sollte "die Reinigung der Seele" bewirken, dass der Teufel seine Buhlin verloren hatte und die arme Seele somit doch noch in den Himmel gelangen konnte.

Als weitere Indizien für diese Theorie könnte man einen logischen Fehler und zwei "Schlampereien" in dem Kupferstich interpretieren.

Beim Übereinanderprojezieren der beiden Stockwerkpläne ist auffällig, dass die beiden Kamine des unteren Stockwerks auf der Abbildung des ersten Stocks komplett fehlen.

Fehler im Kupferstich

Die gezeichneten "Fehler" werden beim Übereinanderlegen der beiden Pläne ersichtlich.

Der Sinnspruch über der Eingangspforte des Malefiz Haus ist mitten im Wort - also falsch getrennt.

Die Ziegel auf dem Dach des Haupthauses sind fehlerhaft dargestellt, da sie nach Hinten immer größer werden, anstatt kleiner. Wenn diese Anzeichen eine mögliche Deutung zulassen, dann wäre die logische Erklärung vielleicht, dass der Peter Ysselburg sehr unter Zeitdruck stand und deshalb auf einige "weniger wichtige Details ganz verzichtete", denn technisch gesehen war der Künstler in jedem Fall in der Lage, diese Fehler zu eliminieren.

Zeitdruck wäre eventuell auch das entscheidende Argument, warum der Kupferstich nicht perfekt, aber zumindest sinnvoll für die Zwecke des mächtigen Auftraggebers war.

Hätte Peter Ysselburg auf eigene Kosten ein zeitgemässes Flugblatt zum Verkauf produziert, dann hätte er genug Zeit gehabt und hätte exakter arbeiten können.

Dass von der Druckplatte dann jede Menge Kopien gedruckt und verkauft worden sind, war ein "angenehmer Nebeneffekt" und brachte dem Künstler noch einen willkommenen Zusatzverdienst ein, doch im Archiv des Reichshofrates in Wien liegt dieses einmalige Dokument als Anlage einer Replik des Fürstbischofs Johann Georg II, des Fuchs von Dornheim auf die ersten Beschwerden beim Reichshofrat - im Original.

Unserer Meinung nach ist es nachvollziehbar, dass der Erbauer des Malefiz Hauses, der Hexenbrenner Fuchs von Dornheim direkt dafür verantwortlich war, dass wir überhaupt ein genaues Bild über seine einzigartig brutalen und menschenverachtende Herrschaft und deren furchtbare Auswirkungen haben.

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