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Schwarzenberg

Johann Freiherr von Schwartzenberg - Verfasser der "BAMBERGENSIS" - Reichsstatthalter von KAISER KARL V

Rechtssystem

Der Fürstbischof repräsentierte in Personalunion weltliche und kirchliche Macht auf dem Gebiet des Bamberger Hochstifts.

Bereits seit 1507 galt auf ihrem Hoheitsgebiet eine auf dem Bamberger Stadtrecht basierende Strafprozessordnung, die sog. „Constitutio Criminalis Bambergensis“, aus der Feder von Johann Freiherr von Schwartzenberg, der in Abwesenheit von Kaiser Karl V. dessen Reichstatthalter war.

1532 erließ Kaiser Karl V. die Peinliche Gerichtsordnung. Die Reichsweit geltende „Constitutio Criminalis Carolina“ nahm die „Bambergensis“ in ihren Strafteil auf. Zauberei, Mord, Totschlag, Räuberei und Brandstiftung wurden in ihrer Verwerflichkeit als schwere Verbrechen gleichgestellt.

Die Verfahrensregelung der Carolina führte, den so genannten Ordalprozeß ein.

Als anerkanntes Beweismittel galt somit auch das Gottesurteil.

Die Beweisführung durch Gottesurteil beinhaltete sowohl die Eisen-, Feuer- und die Wasserprobe, als auch andere Verfahren. Diese basierten auf der Theorie, dass der Unschuldige unterliegt und der Schuldige mit Hilfe teuflischen Werkes die extreme Tortur überlebt. Insoweit geschah eine vollständige Ablösung von einem Indizien- und Geständnisprozess.

Diese Prozessform wurde von der Carolina bis in die letzte Einzelheit geregelt. Das Geständnis der Angeklagten galt fortan als das verlässlichste Mittel der Wahrheitsfindung.

Die Folter, die auch schon bei früheren Prozessen zur Erzwingung eines Geständnisses angewandt wurde, wurde durch die "Carolina" gesetzlich bestätigt.

"Peinliche Gerichtsordnung" nennt das Vorgehen: Peinlich befragt, abgeleitet von Pein, Schmerz, heißt foltern.

Gleichzeitig wurden Regeln für ihre Anwendung festgelegt. Nur beim Vorliegen ganz bestimmter Verdachtsgründe (Indizien) durfte gefoltert werden. Ein unter der Folter abgelegtes Geständnis war erst dann gültig, wenn es außerhalb der Folter freiwillig schriftlich wiederholt wurde.

Diese scheinbar humane Regelung brachte dem Angeklagten real nur leider nichts ein, drohte ihm doch beim Widerruf des erfolterten Geständnisses erneut die Folter.

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Kaiser Karl V - führte die CAROLINA ein

Wenn das Schuldbekenntnis des Gefolterten vorlag, trat nach Vorgabe der Carolina das Blutgericht zusammen. Der Gerichtstag diente nicht der Urteilsfindung, sondern zu dessen feierlicher Verkündigung.


Da das Gesetz keine Möglichkeit der Berufung vorsah, konnte sich die Vollstreckung des Urteils unmittelbar anschließen. Für Hexen wurde nach dem Vorbild der Inquisition der Scheiterhaufen errichtet.

Die theoretische Grundlage der Prozesswellen spitzt sich im Werk Heinrich Institoris von 1487 zu, dem „Malleus Maleficarum“, besser bekannt als der „Hexenhammer“.


„Bambergensis“-Download (komplett) via UNI-Mannheim

http://www.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/bambi.html


'„Carolina“-Download (komplett) als PDF' http://www.llv.li/pdf-llv-la-recht-1532__peinliche_halsgerichtsordnung__carolina_.pdf

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